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„Mein Flieger ging um 18:00 Uhr. Ich bereitete mich auf eine lange Reise vor, von Hamburg über Istanbul nach Kapstadt, wo ich mich am Airport mit Andy Laufer traf. Von dort sind wir mit dem Auto noch 12 Stunden bis nach Lüderitz gefahren. Leider vergaß ich Essen einzupacken und so machten Andy und ich den ersten Stopp im Supermarkt. Dann ging es mit Vollgas auf die Piste. Südafrika und Namibia sind wunderschön, daher waren wir den ganzen Weg am Filmen und Fotos machen.


Unteranderem ging es über 80 km Schotterpiste, angeblich hat Andy es dort geschafft, die Achse vom Auto zu brechen ;). Aber als ob das, das Einzige gewesen wäre, was uns passiert ist… 150 km vor Lüderitz ging uns das Benzin aus. Zum Glück kam uns ein netter Tankwart entgegen und brachte uns 20 Liter Benzin. Aber gut, lustig war es! :D


Nachdem wir ankamen, machten wir uns direkt auf zum Kanal. Wir waren total heiß und riggten unsere 6.2 Segel auf. Nach 5 Runs wurde der Kanal um 17 Uhr geschlossen. Aber schon der erste Tag war extrem geil und wir waren happy, dass wir es überhaupt geschafft hatten. 
Unglaublich, wie schnell man bei wenig Wind fahren kann. Ich erreichte direkt am ersten Tag 47.5 kn Topspeed ganz einfach. Dann ging es ins Appartment, noch etwas essen und ins Bett, um am folgenden Tag ready zu sein. 


Am nächsten Tag machten wir uns direkt auf zum Kanal, um unser Material fertig zu machen, denn die Vorhersage sah recht gut aus und wir wollen unbedingt alles getestet haben, bevor es richtig Druck gab. Man hat nur etwa 15 Runs am Tag, somit alles andere als viel Zeit.


Im Grunde habe ich dann drei Wochen das Material getestet, denn man kann soviel am Trimm ändern, Finnen probieren und Schlaufen umschrauben. Ich hatte 5 Segel dabei, bzw. erst vor Ort bekommen: 6.2, 5.7, 5.5, 5.2, 5.0. Allerdings waren nur mein 5.2 und 5.7 Reflex 8 ganz ok getrimmt, aber nicht wirklich für den Kanal. Am Ende hatte ich perfekte Segel, mit extrem tiefen Profil und gut Power! Im Kanal kann man die Fahrtrichtung ja nicht ändern, also ist perfekt eingestelltes Material extrem wichtig. Ich habe von vielen Fahrern etwas dazu gelernt, was mir sicherlich auch in Zukunft helfen wird.


Im Grunde gab es leider nur 2 gute Tage an denen man die 50 kn Durchschnitt auf 500m fahren konnte. Spaß machte es immer, aber der Wind war nicht wirklich stark und so hatte ich meine Probleme mit den Windlöchern. Schlussendlich schaffte ich nur 49.59 kn. Dennoch konnte ich in der GPS Weltrangliste den 2 Platz einfahren, nur 0,1 kn hinter Twan Verseput. Twan schaffte auch mit 50.05 kn den besten 500m Speed. Andy war auch sehr gut unterwegs und fuhr mit 49.14 kn auf Platz 5 im GPS Ranking vorne mit. 


Meinen ersten Sturz mit über 50kn hatte ich dort auch. Unglaublich, es macht einen echt fertig, ich war 2 Minuten komplett orientierungslos und musste erstmal wieder zu mir finden. Das Schlimmste war, dass ich überhaupt nicht wusste, warum ich gestürzt bin. Aber auch ein geiles Erlebnis! :D 
Im Grunde ist der Kanal sehr leicht zu fahren und fast jeder schaffte es über 50 kn Topspeed.


Insgesamt war es eine meiner besten Reisen bisher. Namibia kann ich wirklich empfehlen - tolles Essen, schöne Orte und unglaublich günstig. Am Ende der Tour habe ich noch 3 Tage in Kapstadt verbracht. Es war wirklich geil, mal wieder auf´s Waveboard zukommen. :)


Im nächsten Jahr werde ich wieder dabei sein, denn ich weiß jetzt genau, was ich zutun habe, um schneller den Kanal runterzukommen. Kann es kaum erwarten!!! :)“